Seite 1 von 2
#1 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 12:58

Wiegenlied der Dryaden

Schlaft ein, Dryaden, schlaft ein,
Herbst wird bald schon sein.
Wenn die Tage kürzer werden,
und das Licht schwindet auf Erden,
hat das Jahr die dunkle Zeit erreicht.
Schlaft, Dryaden, träumen ist leicht.

Schlaft ein, Dryaden, schlaft ein,
Winter wird bald schon sein.
Unter der Decke aus Eis und Schnee,
ruht dann auch der kleine See.
Das Jahr dann den tiefsten Punkt erreicht,
schlaft Dryaden, träumen ist leicht.

Schlaft ein, Dryaden, schlaft ein,
Frühling wird bald schon sein.
Wenn der Winter vorüber ist,
Vater Sunna die neue Welt begrüßt.
Das Jahr hat einen neuen Anfang erreicht,
schlaft, Dryaden, träumen ist leicht.

Schlaft ein, Dryaden, schlaft ein,
träumt vom Sommer im Hain.
Alles wächst und gedeiht,
für Mensch und Natur eine schöne Zeit.
Das Jahr den höchsten Punkt dann erreicht,
schlaft, Dryaden, träumen ist leicht.

#2 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 12:59

Wir sind immer noch hier!

Die Heiligen Plätze – von Christen entehrt
Kein Heide mehr da, der sich damals noch wehrt?
Bedroht und vernichtet, als Hexe verbrannt,
einige flohen oder wurden verbannt.

Jahrhunderte kamen und gingen vorbei,
lang hörte man keinen einzigen Schrei.
Im stillen Kämmerlein harrten wir aus,
und gingen nur im Dunkeln raus.

Doch wir sind noch hier, noch immer am Leben,
und werden den Göttern wieder Namen geben!
Wir kommen zurück ans Sonnenlicht,
keine Inquisition unsre Bahnen mehr bricht!

Niemand steht allein, wenn er es so will,
drum haltet niemals mehr eure Füße still!

Wer schwimmt mit dem Strom? Wer lieber dagegen?
Kommt und lasst uns die Alten Götter beleben!

(04.06.2013)

#3 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 12:59

Im Sommerland

Abenddämm’rung im Sommerland,
die Ahnin berührt ganz zart meine Hand.
Ich schließe die Augen, gebe mich hin,
der Vision, Wer und Was ich bin.
Dämm’rung liegt über dem Sommerland.

Die Ahnin führt mich zum Steinkreis hin,
dort wo ich einst geboren bin.
Alte Seelen, hier vereint
schon seit ewiglicher Zeit,
im Steinkreis, wo ich geboren bin.

Menhire, so alt und voller Magie,
wir gehen hindurch, ich spüre sie.
Kalter Stein, doch warm das Herz,
spüre Freude und auch Schmerz,
spüre die alte Seelen-Magie.

Dann seh’ ich die Göttin im Steinkreis steh’n,
und sehe die Mondin über uns zieh’n.
Unsre Seelen sind vereint,
schon seit ewiglicher Zeit.
Ich sehe die Göttin im Steinkreis steh’n.

Abenddämm’rung im Sommerland,
die Ahnin geht, verlässt meine Hand.
Wir trennen uns, doch bleiben vereint,
Seelenverwandte für alle Zeit.
Dämm’rung liegt über dem Sommerland.

Der Steinkreis in der Dämm’rung steht,
die Ahnin ins Meer der Seelen geht.
Schmerz ist groß, doch wird bald klein,
Abschied wird nicht für immer sein.
Der Steinkreis in der Dämm’rung steht.

Ich seh’ den Gehörnten im Steinkreis steh’n,
und sehe die Sonne über uns zieh’n.
Gefährte der Göttin, mit ihr vereint,
schon seit ewiglicher Zeit.
Ich seh’ den Gehörnten im Steinkreis steh’n.

Ich seh’ mich voll Ehrfurcht vor ihnen knien,
und sehe die Sterne um uns sich dreh’n.
Göttin und Gott – in mir vereint,
schon seit ewiglicher Zeit.
Ich sehe mich selbst im Steinkreis knien.

Ich bin ihrer beider Seelen Kind,
die lang schon vereinigt in mir sind.
Voll Freude verlass ich den Kreis aus Stein,
ich kenne nun den Grund meines Sein:
Ich bin der Götter Seelen Kind.

Dämm’rung liegt über dem Sommerland,
noch immer spür’ ich der Ahnin Hand.
Ich weiß, sie ist für immer bei mir,
und kehre zurück ins Jetzt und hier.
Dämm’rung liegt über dem Sommerland.

(01.11.2012)

#4 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:00

Kurze Anrufung der Elemente

Luft, die wir zum atmen brauchen,
trägt unsren Geist weit von hier fort.
Feuer, das uns wärmt und wandelt,
bringt uns an einen andren Ort.
Wasser, Blut in unsren Adern,
fließt beständig, immerfort.
Erde, Mutter, unser Körper,
nährt und schützt uns, hier und dort.

#5 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:01

Bindeschwur
(zur Vermählung)

Gebunden seid ihr, allezeit,
von hier und jetzt, in Ewigkeit.
Das Band der Götter, unzertrennlich,
schenkt euch Liebe, unvergänglich.
Euren Kindern, Heil und Segen,
Fleiß und Mut, auf allen Wegen.
Durch die Götter allezeit,
gebunden bis in Ewigkeit.

#6 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:01

Anrufung der heiligen Flammen

Wir rufen an, die heiligen Flammen,
die aus der Welt der Götter stammen!
Das ewige Licht möge uns begleiten,
vertrauensvoll den Weg bereiten!
Flammen herbei, erhebt euch sacht,
bringt uns Wissen in die Nacht!

Wir rufen an, das heilige Licht,
das stets durch die Götter zu uns spricht!
Brennen im Ofen und Flammen von Kerzen,
wir rufen das Feuer in unseren Herzen!
Flammen herbei, erhebt euch sacht,
der Liebeszauber wird dann vollbracht!

#7 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:02

Elenas Geheimnis

Als ich ein Kind war, und noch klein,
wollte ich immer erwachsen sein.
Wollte tun, was die Großen machen,
keinem gehorchen, und all diese Sachen.

Doch dann ritt ich durchs Sommerland,
als Anderswelt ist es wohlbekannt.
Tollte durch Wälder und durch Wiesen,
sah den Pflanzen zu beim Sprießen.
Wenn ich es wollte, war ich einfach weg,
kroch zu den Kobolden in ihr Versteck,
Ich spielte mit Elfen im Sonnenschein,
reihte mich mit ihnen zum Tanze ein.

Ich sah viele Dinge, voll Wunder und Licht,
doch die Erwachsenen glaubten mir nicht.
Sie lachten mich aus, sie wollten nicht hören,
drum wollt ich der Göttin Treue schwören.
Das Wissen ums Sommerland weitergeben,
dies sollte sein mein ganzes Bestreben.

Ich war weder Kind, noch war ich klein,
und wollte doch niemals erwachsen sein.

Dann traf ich die Göttin im Ring der Zeit,
sie sagte mir: „Mein Kind, sei bereit.
Bald bist du groß, dann wird es gescheh‘n,
und wir werden uns lange nicht seh‘n.
Doch vergiss nicht, wo du einst geboren,
und dass du mir hast Treue geschworen.
Vergiss auch nicht die Feen und Elfen,
brauchst du mal Rat, werden sie helfen.
Einst werden wir uns wiedersehn,
im Steinkreis wirst du dann vor mir stehn.
Das Sommerland empfängt dich offen,
wir werden auf deine Rückkehr hoffen.“

So wuchs ich heran und wurde blind,
für die Dinge, die wirklich wichtig sind.
Ich trat nicht mehr ins Sommerland ein,
suchte nicht Rat im Heiligen Hain.
Schnell vergaß ich die Elfen und Feen,
auch Kobolde konnt‘ ich nicht mehr seh’n.
Etwas fehlte, doch war mir nicht klar,
dass es das schöne Sommerland war.
Ich war nun erwachsen, doch auch allein,
und wollte nicht mehr erwachsen sein.

Dann träumte ich vom Ring der Zeit,
und wusste auf einmal, es war soweit.
Ich reiste zurück in Sommerland,
stand mit der Göttin Hand in Hand.
Bat um Vergebung, dass ich brach den Schwur,
doch die Göttin sagte mir nur:
„Du bist zwar schwach, doch dein Herz ist rein,
lass das Vergang’ne vergessen sein.
Deine Seele ist noch nicht verlor’n,
denn bald schon wirst du wiedergebor’n.“

So starb ich und bekam ein neues Leben,
kann meine Erinnerung nun weitergeben:

„Mein Kind, vergiss das Sommerland nicht,
es schenkt dir Kraft und Zuversicht.
Es ist in Dir – in jedem Baum und Stein,
es war, es ist, ’s wird immer sein.“

#8 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:02

Das neue Kleid

Vorbei ist die Vergangenheit,
es passt nicht mehr, das alte Kleid.
Das Leben wie es war,
es existiert nicht mehr,
Kindheit, Lehre, Studium,
schon so lange her.

Die Göttin führt mich in die neue Zeit,
die Nornen weben ein neues Kleid.
Wann werde ich es tragen?
Wann bin ich bereit?

Man sagte mir ich sei eine von Zwölf,
doch wer sind die and’ren Elf?
Sie lassen mich nicht unberührt,
wohin geht der Weg, den die Göttin uns führt?
Wir treffen uns im heiligen Hain,
was wird unsere Aufgabe sein?

Ich lerne zu vertrauen der Göttin Kraft,
die Zeit des Wartens ist bald geschafft.
Mein neues Leben beginnt jetzt und hier,
Göttin, ich vertraue Dir!

Die Göttin führt mich in die neue Zeit,
die Nornen webten ein neues Kleid.
Ich trage es mit Stolz,
denn ich bin bereit!

(30.07.2009)

#9 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:03

Die Rückkehr der Großen Göttin

An wilden Gärten und einsamen Mauern
Geht ein alter Pfad entlang
Tausendjährige Eiben erschauern
Im neblig-kalten Windgesang

Zwölf verhüllte Gestalten in langen Gewändern
Schreiten hinauf zum Heiligen Hain
Kapuzen verdecken gespannte Gesichter
Denn bald schon wird SIE bei uns sein

Ich bin Samira, die dritte der Zwölf
Ängstlich blicke ich in die Dunkelheit
Unter meinen Füßen knirscht gefrorene Erde
Für die Rückkehr der Göttin bin ich noch nicht bereit

Da tauchen Lichte aus dem Nebel auf
Frauen und Männer erwarten uns
Schweigend treten wir in ihre Mitte
Der Kreis aus Menschen schließt hinter uns

Jemand entzündet ein großes Feuer
Es bringt Wärme in die kalte Nacht
Es bringt uns das Göttliche Licht
So wird der heilige Zauber vollbracht

Die Hohepriesterin tritt in den Kreis hinein
Streckt ihre Arme gen Himmel empor
Ich zittre voll Erwartung, was wird sein?
Dann öffnet sie das große Tor

Große Göttin, wir rufen dich!
Komm herbei, wir erwarten dich!
Die Zeit ist reif für deine Rückkehr!
Komm herbei, erhebe dich!

Und aus der Mitte unsrer Körper
Steigt empor ein heller Schein
Mein Blick trinkt weinen die Schatten und Lichter
So schön kann nur die Göttin sein!

Sie gehr reihum, blickt in unsre Gesichter
Sie bleibt vor mir steh‘n, sie ist pures Licht
Und spricht, so dass niemand es hören kann:
Samira, vertraue mir, fürchte dich nicht!

Wärme durchflutet meinen Körper
Noch wie war ich der Göttin so nah
Der Weg ist der richtige, ich weiß es nun
Sie ist das schönste Wesen, das ich jemals sah

Das Alte ist Vergangenheit
Dreizehn Strahlen durchdringen die neblige Nacht
Gemeinsam gehen wir in die Neue Zeit
Die dreizehnte Göttin ist erwacht!

Zwölf Schwester in langen Gewändern
Tanzen herab vom Heiligen Hain
Freude steht in ihren Gesichtern
Jetzt wird alles anders sein!

An wilden Gärten und einsamen Mauern
Geht ein alter Pfad entlang
Tausendjährige Eiben erschauern
Der Nebel schwindet im Freudengesang

(23.08.2009)

#10 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:04

Anrufung der 4 Elemente
& Himmelsrichtungen


ERDE
Ich rufe den großen Bären in dunkler Nacht,
und des Nordens starke Macht,
die Große Mutter allen Lebens und Sein,
Baum und Wurzel, Höhle und Stein!
Ich rufe die Wächter der fruchtbaren Erde,
auf dass mein Wirken erfolgreich werde!

LUFT
Ich rufe den Falken, der kreist in der klaren Luft,
den Osten und den Frühlingsduft,
den Sonnenaufgang und Neubeginn,
den klaren Gedanken und wachen Sinn!
Ich rufe die Wächter der Luft herbei,
auf dass mein Wirken schöpferisch sei!

FEUER
Ich rufe den Hirsch mit seinem großen Geweih,
auf wilder Jagd im Süden, gelassen und frei,
die Sommerhitze und reinigende Kraft,
die zerstörerisch wirkt und doch Neues erschafft!
Ich rufe die Wächter des Feuers an,
damit mein Wirken sich entfalten kann!

WASSER
Ich rufe den Lachs der Weisheit an,
den Westen und den Sonnenuntergang,
die Quelle des Lebens, der Erde Blut,
meiner Emotionen und der Tränen Flut!
Wächter des Wassers, kommt herbei,
auf dass mein Wirken weise sei!

#11 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:04

Samhain-Nacht

Ahnen, meine Wurzeln
Heut ist eure Nacht
Wenn die Schleier sich lüften
Werden wir zusammen gebracht

Ahnen, meine Wurzeln
Heut Nacht sind wir verbunden
Für einen kurzen Moment
Werden aus Jahren nur Sekunden

Ahnen, meine Wurzeln
Ich spüre euch ganz nah
Und bitte euch an meinen Tisch
Wie in jedem Jahr

Ahnen, meine Wurzeln
Mein Blut und mein Gebein
Ich teile heut in dieser Nacht
Mit euch Brot und Wein

Ahnen, meine Wurzeln
Hab gern an euch gedacht
Sagt mir, wohin ich geh
Am Ende dieser Nacht

Ahnen, meine Wurzeln
Ich immer weiter lebt
Wir treffen uns in jener Zeit
Wenn der Schleier sich wieder hebt

(Oktober 2011)

#12 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:05

Seelenliebe

Endlose Jahre, Monde, Wochen,
viel zu viele, dass ich zähle.
Doch nun ist sie angebrochen,
unsre Zeit, die Zeit der Seele.

Wahre Liebe spürte ich nie zuvor,
hab nie vermutet, was da fehlt.
Du bist nun in Geist, in Herz und Ohr,
gefunden, hier in dieser Welt.

Dass wir uns trafen – war es Zufall,
der uns zusammenführte?
Ich fühlte mich wie im Weltenall,
was mich zutiefst berührte.

Aus Eins mach Zwei, aus Zwei mach Eins,
denn Eins allein, das ist ja Keins.

#13 Spirituelle Gedichte von Sandscho1 17.02.2015 13:05

Sternenhimmel Feuerwerk

Sternenhimmel, Feuerwerk von Liebe,
gemacht, um uns‘re Seelen aufzuwühlen.
Erweckt Inspiration und Triebe,
bunt und wunderschön zu fühlen.

Jahrhundertelang war’n wir geteilt,
doch nun verschmelzen wir ganz.
Es ist verbunden, was beisammen weilt,
wir tanzen am Sternenhimmel uns‘ren Tanz.

#14 RE: Spirituelle Gedichte von Mohnblume 18.02.2015 10:03

Hallo Sandscho,

schön, dass Du hierher gefunden hast!

sehr beeindruckende Werke! Für mein Empfinden ein bisschen viel auf einmal. Gedanken, die mir beim Lesen kamen:

Baumgeister huschen durch Deine Zeilen.
Mal schwimmt man mit dem Strom, mal dagegen. So wie es empfindet halt das eigene Wesen.
Lange Steine werfen Schatten, doch der Mond erhellt die Nacht ...
Ja, das Erwachsenwerden lässt uns so manche Welt verlieren ...

Liebe Grüße
Manu

#15 RE: Spirituelle Gedichte von barmari 18.02.2015 10:27

Überschwemmt von den Gedichten,
fällt mir schwer zu unterscheiden,
über jedes zu berichten.

Weniger ist meistens mehr
da kann man in Ruhe lesen,
und auch schreiben hinterher.

Doch soweit ich sagen kann,
blüht bei Dir die Phantasie,
und das kommt bei mir gut an.

Sei willkommen hier und lieb begrüßt
Barbara

Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz