#1 Des Geweihten Traum von Amando Draconi 13.09.2017 13:44

Die Tannenwipfel kost ein Hauch,
kaum ein Laut dringt an mein Ohr.
Ein leises Lüftchen rührt den Strauch,
so friedlich kommt mir alles vor.

Ganz leise knarrt der Kanzel Holz,
die ich im Abendrot besteige.
Der Wald steht dunkel und so stolz,
auf dass der Tag der Nacht sich neige.

Ruhe kehrte lang schon ein,
und ich genieße letztes Licht.
Die Jagd so süß wie edler Wein,
was Schöneres - gibt es wohl nicht.

Leichter Nebel zieht herauf,
fast als wär's des Waldes Schleier,
Verdeckt ganz sanft des Mondes Lauf,
stimmt ein zur stillen Feier.

Aus dem hohen, dunklen Tann,
tritt heraus des Hirsches Traum.
Ein Traum ... den ich fast fühlen kann,
schwebt schwerelos an Waldes Saum.

Auch der Geweihte tritt heraus,
er selbst, der seinen Traum mir zeigt.
Mein Seelchen streckt die Flügel aus,
als vor dem Hirschen sich's verneigt.

Er hebt sein Haupt, er blickt zu mir,
weiß dass ich fühle Traum und Leben.
Er spürt die Achtung tief in mir,
und sieht mein Seelchen schweben.

Ich denke, fühl' ... seh' was er sieht,
als er nun in den Wald verschwindet.
Fühl' als das Nebelmeer entflieht,
wie der Hirsch mich an sich bindet.

Die Stille hört hier keinen Schuss,
die Büchse ... sie wird schweigen.
Weil hier die Schöpfung atmen muss,
das Leben tanzt hier Reigen.



(© copyright by Michael Losert, wechselselbigem Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2017)

#2 RE: Des Geweihten Traum von barmari 13.09.2017 19:48

Das Leben trägt die Göttlichkeit,
die alles voller Ehrfurcht hält.
Das höchste Gut ist es und weit,
ist jeder Abgrund dieser Welt.

Liebs Grüßle von Barbara

#3 RE: Des Geweihten Traum von Amando Draconi 08.01.2018 08:28

Das Gedicht wurde im Oktober in der Jagdzeitschrift "Hessenjäger" zusammen mit einem Gemälde, auf einer Doppelseite zum Hubertusttag veröffentlicht.

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