#1 Es ruht ein Herz… von Amando Draconi 04.11.2009 08:13

.


Dunkel, tief Dir ist Nacht,
ruhig wird es nun ganz sacht.
Tiefe Schwärze, tiefer Schmerz,
es wird still, es ruht ein Herz.

Deine Hände, voller Kraft,
gewirkt, gekost, gereicht, geschafft.
Heute ruh’n sie, ewiglich.
Die Glut, ja sie erlosch für Dich.

Dein Atem er versiegte leise,
doch auf wundersame Weise,
hast Du uns nicht ganz verlassen.
- Kann Deine Stimme leis’ noch fassen

Weint doch nicht, ich ging nicht fort,
ich wart’ auf Euch an jenem Ort,
wo wir uns einmal wieder sehen,
wo Winde unsrer Zeiten wehen.

Meine Hände ruhen nun,
fern von allem irdisch’ Tun.
Doch sie sind für Euch bereit,
wenn dann zu Ende – Eure Zeit.

Dunkel, tief mir ist Nacht,
ruhig wird es nun ganz sacht.
KEINE Schwärze – GLUT - KEIN Schmerz,
auch wenn es still – ruht’s nur, mein Herz.



(© copyright by Michael Losert 2009)

http://www.mam-webdesign.bplaced.net/draconi/index.htm

#2 RE: Es ruht ein Herz… von bulky55 04.11.2009 08:18

Schön, aber so traurig.
Meine Empfindungen

#3 RE: Es ruht ein Herz… von Amando Draconi 04.11.2009 09:30

#4 RE: Es ruht ein Herz… von Schwalbe 04.11.2009 10:10

Hmm.. Micha,
solche Zeilen kann man schlecht kommentieren. Wir müssen uns alle mit dem Sterben, mit dem Tod auseinandersetzen, ob wir das wollen oder nicht. Eigentlich wollen wir nicht, wir sind Meister im Verdrängen und da es kaum noch Grossfamilien gibt und viele Altenheime, verlernen wir den Umgang mit Tod und Trauer. Manchmal sieht man in amerikanischen Filmen, wie Angehörige am Sarg oder am Grab über "IHREN " Verstorbenen sprechen. Hier " besorgen " wir uns jemanden, der das für uns macht. Bei deinem Gedicht hier, fiel mir ein....., ja wir haben wirklich viel verlernt.
Liebe Grüße
Annette

#5 RE: Es ruht ein Herz… von Amando Draconi 04.11.2009 11:27

Hallo Liebe Anette,
als mein Opa starb, der bei mir im Haus wohnte, und der mein Herz war, lag ich im Krankenhaus, ich konnte NICHTS tun um Abschied zu nehmen... das tut immer noch weh.

Als Oma starb, war ich bei ihr. Ich hatte mit ihr gebetet, und habe Nachrufe, Gedichte und die Grabesreden geschrieben.
Ich kann mit ihrem Tod besser umgehen, weil hier ein Abschied, Worte, ein letzter Kuss und eine warme Hand auf kalter Haut ein versprechen auf ein Wiedersehen darstellten für mich.

Es Ist besser zu sehen als zu Verdrängen.

Zum Glück habe ich heute eigentlich keinen persönlichen Grund für diese Zeilen.

Mein Pfarrer bat mich um ein solches gedicht für seine nächste predigt zum Volkstrauertag.

GGLG
Mic ha

Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz