#1 Mutti was ist Liebe? Fortsetzung von Josephine 28.04.2011 10:39

Mutti was ist Liebe? Fortsetzung

Eigentlich dachte Lena, das sich das mit der Frage über Liebe erledigt hatte. Doch dem war wohl nicht so, denn fast jeden Tag bekam sie nun eine neue Erkenntnis und sie ist sehr wachsam geworden um alles über die Liebe zu erfahren. Denn eines hat sie sehr schnell begriffen, dass jeder die Liebe anders beschreibt.
Sie durfte heute nicht zum ersten Mal ihren Vater begleiten, der zu Ihrer Omi ging. Denn Omi sagte sie, damit sie die Omas unterscheiden kann. Kinder machen da gerne ihrem eigenen Unterschiede ganz individuell. Manchmal verbinden sie auch Dinge mit der Oma und dem Opa, das da richtige lustigste Bezeichnungen herauskommen, die ein Außenstehender gar nicht nachvollziehen kann. Ihr Opi ist schwer krank und liegt seit einem Jahr nur noch im Bett und wird von Omi versorgt. Gern erinnert sich Lena noch daran, was sie alles mit ihm erlebt hat. Doch nun lag er fast regungslos in diesem Bett und konnte es keineswegs mehr verlassen. Sie begrüßte ihn liebevoll, so wie sie es immer tat. Denn die Eltern verboten ihr es nicht zu ihm zu gehen. Sie hatten beide eine wundervolle Verbindung, als er noch mitten im Leben stand man könnte auch sagen, sie waren fast unzertrennlich.
Auf einmal wird Lena still, denn sie beobachtete schon eine ganze Weile, ihre Omi ganz aufmerksam. Man sah es ihr auch an, dass das Jahr, welches sie sich um den Opi kümmerte nicht spurlos an ihr vorbeiging. Opi hatte sich auch sehr verändert, er war sehr unzufrieden mit sich selbst geworden, dass er nun nicht mehr selber konnte. Oft sah Lena sich Omi endlich setzen und schon rief er sie, weil er irgendetwas wollte. Da fiel ihr wieder das Beispiel mit der Marionette ein, was Gaby ihr neulich so liebevoll ausführlich erklärte. Sie fragte ganz spontan: „ Omi liebst du Opi so sehr, dass du nur noch für ihn rennst und alles machst. Hast du noch nicht gehört das Liebe seine Grenzen haben?“ Und ihr könnt mir glauben, die Omi musste herzhaft lachen, was da Lena gerade heraussprudelte, mit ihren kleinen Mund.
Nein mein Lenachen, ich mache es gern und aus reiner Liebe zu ihn. Aus Dankbarkeit für all das, was ich mit ihn erleben durfte. Daher nehme ich mir auch die Kraft um für ihn da zu sein. Ja manchmal fühle ich mich selbst sehr schwach, doch wenn ich ihn mir dann ansehe, bin ich dankbar, dass er noch bei mir sein kann. Es hätte ihn damals schlimmer treffen könne und ich hätte ihn auf den Friedhof besuchen müssen. Lena sieht auf einmal Tränen in Omis Augen. Sie weiß nicht warum sie da sind, doch sie reicht ihr ein Taschentuch und sagt: „ Omi ich hab dich ganz voll lieb, schön das wir uns alle haben.“ Omi lächelte und sprach: „Ich hoffe noch lange und schaut besorgt auf den Opi, der sichtlich gerade wieder erschöpft eingeschlafen ist.
Still ging sie zu Opis alten Schreibtisch, an dem sie immer mit ihm gesessen und gemalt hat. Sie malte ein wundervolles farbenfroh leuchtendes Blumenbild mit einer Sonne. Als sie zufrieden mit dem Bild war, schenkte sie es der Omi und sagte: „ Danke, das du das alles für meinen Opi machst“
Die Omi wusste schon von Lenas Mutti, wie sehr sie wissbegierig alles über die Liebe erfragte. Und deshalb antwortete sie wie folgt: „ Lena und genau das was du mir hier gerade schenkst ist ein wunderbarer Teil der Liebe. Und ich bin dankbar, dass du mir dieses geschenkt hast. Es bedeutet mir sehr viel, es schenkt mir immer ein Lächeln, wenn ich mal nicht ganz so viel Kraft parat habe.
Es war nun spät, sehr spät geworden und beide mussten wieder nach Hause fahren. Lena ist schon fast eingeschlafen bei der Heimfahrt im Auto. Papa trug sie dann nach oben ins Haus, wo sie von ihrer Mutter mit einem Lächeln empfangen wurde. Er legte sie sanft in ihr Bett und Mutti zog sie ganz sachte aus und ihr Schlafgewand an. Sie bemerkte nichts von alle dem, denn die liebevollem Zuwendung ihre Eltern, ließen sie durchschlafen und wundervoll träumen. Es kam nicht oft vor, dass sie so zu Bett gebracht wurde. Doch manches Mal gibt es Ausnahmen, so wie es auch die Liebe kennt.

© 27.04.2011 Petra-Josephine

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