#1 Elfentraum von Amando Draconi 13.06.2012 08:31

Letztes Jahr nisteten Meisen
im Vogelnest im Pflaumenbaum.
Lauschte dem Betteln, jenem Leisen,
träumte von Freiheit einen Traum.

Doch dieses Jahr sind sie nicht dort.
Kein Pärchen füttert kleine Schreier.
Sie kamen nicht, sie blieben fort,
verlorner Traum, nichts macht nun Freier.

Doch neulich, ja es war schon Nacht,
sah schimmern ich´s im Sternenschein.
Hab ganz still bei mir gedacht,
es wird der Meisen Schatz wohl sein.

So neugierig, ich musst´ es sehen,
ich kletterte den Stamm empor.
Und in des Nachtwinds lauen Wehen,
entdeckte ich, was ich verlor.

Kein Schatz verbarg sich im Geäst,
ein Tor nur zu der kleinen Welt.
Ich sah hinein ins Meisennest,
das vom Elfenstaub erhellt.

Ein Elflein saß dort, hielt Gedanken,
die ich geträumt, in ihrem Arm.
Sie sagte, ich will dir nur Danken.
Oh, ihre Stimme klang so warm.

In meine Welt, so sprach sie leise,
schwebten Träume letztes Jahr,
Erzählten mir von deiner Reise,
zur Freiheit... die nie Dein wohl war.

Ich schenke sie dir nun zurück.
verbunden mit dem Elfentraum.
So wirst du spür´n dein stilles Glück,
stets wenn du weilst an diesem Baum.

So küsste mich ihr zarter Mund,
und meine Träume hatt´ ich wieder.
Ja meine Seele wurd´ gesund,
in ihr erklangen wieder Lieder.

Ich schloss die Augen, und sog ein,
den Hauch der Elfen, die Magie.
Ich blickte auf, ich war allein,
in mir schwang Zaubers Sinfonie.

Das Nest, so dunkel, und so still.
Doch für mich... leuchtet nun immer,
das was ich nie vergessen will...
der Elfentraum im Sternenschimmer.




(©Copyright by Michael Losert - Amando, Ritter zur Altebur Draconi 2012)

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